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Objektive Bewertung gibt es nicht. Wer das weiß, agiert klüger.

30.10.2026 · von Daniel Tauschke
Objektive Bewertung gibt es nicht. Wer das weiß, agiert klüger.

Jahresgespräche, Leistungsbeurteilungen, Beförderungsentscheidungen – all das wird als objektiver Prozess dargestellt. Ist es aber nicht. Menschen bewerten Menschen, und Menschen sind systematisch verzerrt in ihrer Wahrnehmung. Der Halo-Effekt sorgt dafür, dass ein positiver Eindruck in einem Bereich auf andere Bereiche ausstrahlt. Der Recency-Bias führt dazu, dass die letzten Wochen stärker gewichtet werden als die zehn Monate davor. Sympathie und Antipathie beeinflussen Urteile mehr, als jeder Beurteiler zugeben würde. Wer das weiß, kann sich strategischer positionieren. Nicht durch Manipulation, sondern durch bewusste Sichtbarkeit im richtigen Moment. Wer nur gute Arbeit macht und darauf hofft, dass sie gesehen wird, überlässt die eigene Karriere den kognitiven Verzerrungen anderer. Das ist unklug. Sichtbarkeit ist keine Selbstdarstellung, sondern professionelles Karrieremanagement.